Mehr Verantwortung füreinander übernehmen!
In schwierigen Zeiten ist es immer wichtiger, enger zusammenzurücken und sich gegenseitig zu helfen.
Ich habe vor einigen Tagen in der Elbe-Jeetzel-Zeitung zwei interessante Artikel gelesen, die wirklich zum Denken und auch Nachahmen anregen... oder gibt es hier im Kreis Uelzen schon Vergleichbares?
Wenn nicht, es wäre die Sache wert, hier auch ins Leben gerufen zu werden.
Es gibt bestimmt genügend Leute, die sich in so einem Projekt mit einbringen könnten, und auf der anderen Seite sind auch bestimmt ausreichend Leute vorhanden, die gerne solche Hilfsangebote von anderen annehmen würden...
Aber hier erst einmal die Artikel zum Lesen (und Nachdenken... und Nachmachen... und Handeln... - auch hier bei uns):
"Dass da jemand ist, der sich kümmert"
Eberhard Schmidt wirbt Mentoren - "Hauptschüler nicht abstempeln"
(by) Lüchow. Wie schon beim Lüchower Fotobuch ist Eberhard "Ebse" Schmidt auch beim Mentoring-Projekt wieder "Kümmerer". Neun Mentoren hat er angeworben, "bei sechs läuft es gut", bilanziert er nach einem halben Jahr.
Die drei anderen seien bereit, trotz negativer Erfahrungen weiter zu machen. Als Mentor zu arbeiten, erfordere gerade "bei diesen Kindern und Jugendlichen viel Geduld", Vertrauen zu schaffen sei das wichtigste, betont Schmidt.
Die bisherige Praxis habe gezeigt, dass die Mentoren nicht warten sollten, bis sich ihr Mentee an sie wendet, sondern dass sie von sich aus auf ihn zugehen sollten - als "guter Onkel" oder "gute Tante", die Kontakt hält, nachfragt, Selbstbewusstsein vermittelt. Denn sich selbst Hilfe zu holen, müsse von den Jugendlichen erst noch gelernt werden. Schmidt hält es auch für eine gute Idee, wenn die Mentoren die Familien und die Schule und Lehrkräfte ihrer Mentees kennenlernen und zeigen, "dass da jemand ist, der sich kümmert". Bislang waren Jugendliche aus der 8. und der 9. Klasse eingeladen, sich zu beteiligen. Vielleicht, so überlegt Schmidt, sollte man schon früher, etwa in der 6. Klasse einsteigen. Er weiß, dass viele Schülerinnen und Schüler aus Migrationsfamilien mit "unverstandenen" Worten zu kämpfen haben, sie aber nicht nachfragen, und die Lehrkräfte es nicht merken. "Ich habe ein Herz für Hauptschüler", sagt Schmidt, der viele Jahre an Hauptschulen unterrichtet hat. Man solle diese Jugendlichen nicht abstempeln, viele hätten ihren Weg schließlich doch gemacht. "Sie entwickeln sich, brauchen aber Hilfe - und ein bisschen Glück gehört auch dazu." Weitere Mentoren, vor allem Frauen, sind willkommen. Wer sich für das Projekt interessiert, wendet sich an Eberhard Schmidt, Telefon (05841) 4286, oder an das Seniorenservicebüro im Kreishaus, Telefon (05841) 120233.
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"Wir sind beide voller Ehrgeiz"
Mentoring-Projekt des Seniorenservicebüros: Dieter Starke unterstützt den 16-jährigen Shyanth Yoganathan
(by) Lüchow. Sie treffen sich regelmäßig dienstags in der Lüchower Samtgemeindebücherei: Dieter Starke, 73 Jahre alt, und einst selbstständiger Handwerksmeister in Hamburg, und Shyanth Yoganathan, 16 Jahre alt, und Schüler an der Berufsfachschule für Wirtschaft an den Lüchower Berufsbildenden Schulen. Zusammengekommen sind beide über das vom Seniorenservicebüro und der Landesschulbehörde initiierte Mentoring-Projekt.
Die Idee: Senioren und Seniorinnen unterstützen mit Rat und Erfahrung Hauptschüler bei der beruflichen Orientierung, sie beraten und motivieren, bieten individuelle Hilfen.
Shyanth gehört zu den Schülerinnen und Schülern der 8. und 9. Klasse der Lüchower Hauptschule, die Anfang des Jahres in diesem Projekt eine Chance sahen. Der 16-Jährige weiß um seine Schwierigkeiten in Deutsch und Mathe. Shyanth wurde in Dannenberg geboren, seine Eltern sind Tamilen aus Sri Lanka, zu Hause wird kaum Deutsch gesprochen. Das führt dazu, dass er immer wieder - und jetzt an der Berufsschule im Fach Buchhaltung und Kostenrechnung besonders - Worte hört, die ihm bisher nicht untergekommen waren. Gleich einzuhaken und nachzufragen, hat er sich schon vor Jahren abgewöhnt, weil er immer die Erfahrung gemacht hat, »dass die anderen dann lachen».
Starke hat seit 14 Jahren einen "tollen Ruhestand", tobt seine Hobbies aus, ist dankbar, dass es ihm gut geht, und will deshalb "etwas weitergeben" - was konkret bedeutet, Shyanth zu helfen. Er will ihn dabei unterstützen, dass er eine vernünftige Lehrstelle findet. Shyanths Ziel sind zunächst der Realschulabschluss und anschließend ein Ausbildungsplatz, an dem er mit Computern arbeitet. »Wir sind beide voller Ehrgeiz zu schaffen, was möglich ist, damit er einen guten Start ins Leben bekommt», sagt Starke.
Der hat sich zuvor nicht vorstellen können, wie Shyanth, der sich gut auf Deutsch verständigen kann, versucht, im Unterricht mitzukommen, obwohl er mit manchen Worten überhaupt nichts anfangen kann. "Fuhrpark" ist so ein Wort, "Vermögen" ein anderes, von "Anlage- und Umlaufvermögen" und "Inventar" ganz zu schweigen. Und was bedeutet "Markt"? In der konkreten Bedeutung von Wochenmarkt und Marktplatz kennt er es.
So versucht sich Shyanth zu merken, was er nicht versteht, um es dann in der nächsten Nachhilfestunde oder beim Dienstagstreffen mit Dieter Starke zu klären. Der sah sich, als er sich für das Mentoringprojekt meldete, eigentlich nicht als Nachhilfelehrer. "Aber nun haben wir uns kennengelernt, und ich will ihm helfen". Starke erklärt die unverständlichen Worte und gibt dazu Beispiele aus seiner beruflichen Praxis. Und er erzählt auch aus seinem Leben, von den Kriegszeiten als Kind in Hamburg, von Kinderlandverschickung, den eigenen Schwierigkeiten in der Schule in den Nachkriegsjahren.
"Einen Mentor zu haben, ist eine gute Idee", sagt Shyanth, und Dieter Starke findet, dass er Glück mit seinem Mentee hat. Und er staunt, wie sich Shyanth bislang mit den unbekannten Worten so durchlavierte. Im Unterricht, wo einigen Lehrern dieses Problem offensichtlich gar nicht bewusst sei, würde er gern mal Mäuschen spielen.
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Gibt es hier bei uns schon etwas Vergleichbares?
Mir ist jedenfalls nichts bekannt.
Und die Idee ist klasse!
Maren Körtke



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