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Uelzen Große Ratsübung: Explosion und Feuer im Uelzener Rathaus

Große Ratsübung: Explosion und Feuer im Uelzener Rathaus

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Mehrere Explosionen erschütterten in den Abendstunden die Innenstadt. Mehrere Sprengsätze sind im uelzener Rathaus detoniert. Es musste von rund 40 Personen ausgegangen werden, die sich zu dem Zeitpunkt im Obergeschoss in unmittelbarer Nähe zu den Explosionen aufgehalten haben.

Danach stand außerdem das Dachgeschoss in Flammen. Nur wenige Minuten später zuckten Blaulichter durch die Dunkelheit und das Tönen der Martinshörner zeriss die abendliche Ruhe. So begann die großangelegte Übung der Stadtfeuerwehren, der DRK-Bereitschaft und dem THW in Uelzen.
 

Im Erdgeschoss befanden sich im Treppenhaus am Fuße der Treppe zwei eingeklemmte Personen . Eine Person lag unter einem rund 8 t schweren Stahlbetonträger, die zweite Person ist durch die Wucht der Explosion vom OG ins EG geschleudert worden und landete in einem aufstehenden Stück Armierungseisen. Das Eisen durchbohrte dabei den Oberköper. Beide Personen hatten noch schwache Lebenszeichen.

Für diese Einsatzlage wurde das THW eingesetzt. Die ersten zwei Gruppen kamen hier sofort zum Einsatz, da es sich für beide Verletzte um eine sog. Crash-Rettung handelte. Jetzt kam es auf jede Minute an.  Für die Rettungsarbeiten mussten die Gruppenführer die beiden Leben gegeneinander abwägen und sich zuerst für die Rettung der Person entscheiden, deren Überleben am wahrscheinlichsten sein würde und deren Rettung am schnellsten geht. So bargen die Kräfte zuerst die Person, die unter dem Träger lag, da sich die Rettung der anderen Person als weitaus schwieriger gestaltete. Sie hoben die Last mit Hebekisen an. Nach wenigen Augenblicken war die Person frei und konnte dem Rettungsdienst übergeben werden. Als nächstes machten sich die Kräfte an die Rettung der anderen Person: das im Körper steckende Stück Stahl wurde fixiert, die Ein- und Austrittswunden mit Verbänden geschlossen. Danach befreiten die Kräfte die Person, indem sie unterhalb des Körpers den 24mm starken Stahl mit der elektrischen Säbelsäge durchtrennten. Auch diese Person ist dann schnellstens dem Rettungsdienst übergeben worden. Allerdings hat sich bei beiden Geretteten die gesundheitliche Situation dramatisch verschlechtert. So konnte der Notarzt nur noch feststellen, dass sie ihren Verletzungen erlegen sind. Als Folgeauftrag sollten sämtliche THW-Kräfte die Feuerwehren bei der Rettung der Personen aus dem OG unterstützen. Doch während die THW-Kräfte sich mit Gerät ausrüsteten, hatte die Feuerwehren die letzten Personen gerettet. Das THW kam dort dann nicht mehr zum Einsatz.
So sah es das Übungsszenario der Großübung im uelzener Rathaus als Aufgabe für das THW vor. Rund 30 THW-Helfer nahmen mit 7 Fahrzeugen daran teil. Eine weitere Aufgabe war das Ausleuchten der Einsatzstelle. Hier kam ein weiteres Mal der Lichtmastanhänger zum Einsatz.   

* Bericht: Sascha Plachetka (THW)

Zu der gesamten Schadenslage folgt an dieser Stelle der Pressebericht des Pressewartes der Feuerwehr Uelzen:

Explosion und Feuer im Uelzener Rathaus – Große Ratsübung anlässlich der Verabschiedung des Stv. Stadtbrandmeisters

Eine Explosion im Haupteingang des Uelzener Rathauses zerstörte das Treppenhaus. Während der Explosion fand eine Ratssitzung statt. Im Dachstuhl der Hausmeisterwohnung ist eine starke Rauchentwicklung feststellbar. Mehrere Personen werden vermisst. Dies ist das Szenario der großangelegten Ratsübung aller Ortswehren der Stadt Uelzen, anlässlich der Verabschiedung des Stv. Stadtbrandmeisters Hans Stein.

Gegen 19:30 Uhr am Dienstagabend geht der Alarm nach Auslösung der BMA in der Einsatzleitstelle ein. Es wird die Schwertpunktfeuerwehr Uelzen nach Ausrückeordnung alarmiert. Da weitere Notrufe in der Einsatzleitstelle eingehen und eine Explosion melden, werden sämtliche Ortswehren der Stadt Uelzen nachalarmiert. Zusätzlich wird das DRK mit ihrer SEG wegen der großen Anzahl von Verletzten und das THW Uelzen alarmiert.

Als die ersten Einsatzkräfte am Einsatzort ankamen, stellte sich schnell heraus, dass es sich hierbei um eine Alarmübung handelt. Die Feuerwehrleute arbeiteten jedoch so, als wäre es ein realer Einsatz und erkundeten die Lage vor Ort. Es rüsteten sich sofort Atemschutztrupp aus, um in das Rathaus vorzudringen und die insgesamt 25 vermissten Personen zu suchen. Das Feuer wurde von außen mit der Drehleiter bekämpft. Eine Wasserversorgung über lange Wegstrecke musste aufgebaut werden und zahlreiche Trupps der Feuerwehr waren mit der Rettung der Verletzten beschäftigt. Unter Trümmern begrabene Verletzte wurden mit schwerem Räumgerät vom THW befreit. Alle Verletzten Personen wurden dem Rettungsdienst vor Ort übergeben. Diese wurden in einem Zelt erstversorgt und anschließend abtransportiert. Alle Einsatzkräfte arbeiteten hervorragend zusammen.


Nach der großen Übung wurde vor dem Uelzener Rathaus angetreten und es fand eine kleine Nachbesprechung statt. Dann kam der eigentliche Teil der Übung, die Verabschiedung des langjährigen Stv. Stadtbrandmeisters Hans Stein. Aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen in Niedersachsen muss Hans Stein mit Vollendung des 62. Lebensjahr aus dem aktiven Dienst ausscheiden, welches ihm natürlich schwerfällt wie auch vielen anderen. Im Jahr 1977 ist er in die Feuerwehr Riestedt eingetreten und bekleidete ab 1989 das Amt des Stv. Ortsbrandmeisters. 1997 wurde er zum Ortsbrandmeister und drei Jahre später zum Stv. Stadtbrandmeister gewählt, diese beiden Ämter bekleidete er bis heute. Der Stadtbrandmeister Jörg Schirrmeister und der Stadtbürgermeister Otto Lukat würdigten seine Arbeit in ihren Reden und überreichten ihm als Anerkennung ein Geschenk. In seiner Abschlussrede dankte Hans Stein allen Beteiligten und versprach ein rasches Wiedersehen. Am kommenden Freitag wird Hans Stein in einem feierlichen Rahmen im Uelzener Rathaus verabschiedet. Als Nachfolger in beiden Ämtern wurde bereits Axel Ziegeler aus Riestedt gewählt, der diese Ämter ab 1. Oktober führt.


Eingesetzt waren bei dieser Übung die gesamte Stadtfeuerwehr Uelzen mit 25 Einsatzfahrzeugen und 212 Einsatzkräfte, der Rettungsdienst und die SEG des DRK Uelzen mit 14 Einsatzfahrzeugen und 41 Einsatzkräften, das THW Uelzen mit 7 Einsatzfahrzeugen und 28 Einsatzkräften und die Polizei mit 3 Fahrzeugen und 6 Polizeibeamten. Die Einsatzdauer betrug ca. 2 Stunden.

Weitere Bilder in der Galerie

* Bericht: Matthias Vogel (SPW)  Fotos: Sascha Weiss


 


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